Dein Herz hört meines
Gestern saß ich in meiner Breathwork-Ausbildung und dann fiel da ein Satz, bei dem ich gedanklich für einen Moment komplett hängengeblieben bin und das mich so zum nachdenken bringt. Gleichzeitig berührt es mich auf solche tiefe Weise, weil es mich so weich macht, einen sanfteren Blick auf mich selbst wirft.
Die Herzen von Mama und Kind synchronisieren sich.
Und nein, damit ist nicht gemeint, dass unsere Herzen plötzlich exakt gleich schnell schlagen. Aber es gibt tatsächlich Untersuchungen dazu, dass sich körperliche Rhythmen zwischen Eltern und Kindern aufeinander abstimmen können. Herzrhythmus, Atmung, Erregung. Besonders dann, wenn wir miteinander in Kontakt sind.
Und sofort musste ich an Theo denken.
Ich bin Emotionscoach. Ich bin Breathwork Teacher. Ich beschäftige mich mit dem Nervensystem wie andere mit ihrem liebsten Hobby, arbeite mit ätherischen Ölen und könnte zig Vorträger darüber halten, warum es überhaupt nichts bringt, einem aufgeregten Kind zu sagen, dass es sich beruhigen soll.
Und trotzdem renne ich morgens manchmal durchs Haus, suche irgendetwas, das fünf Minuten vorher noch da war, merke, dass wir eigentlich schon losmüssten und sage Sätze wie:
„Theo, jetzt stress dich bitte nicht so.“
Ja. :)
Und genau deshalb hat mich dieser Satz mit den Herzen so erwischt.
Weil Co-Regulation eben nicht nur das ist, was wir bewusst tun. Nicht erst die Atemübung, die ich mit ihm mache, oder das Öl, das ich hole. Sie passiert die ganze Zeit- eigentlich nebenbei und sehr oft unbewusst.
Kinder regulieren sich noch sehr stark in Beziehung. Ihr Nervensystem orientiert sich an den Menschen, bei denen es sich sicher fühlt. An unserer Stimme, unserem Gesicht, unserer Atmung, unserer Körperspannung, unserer Nähe. Ein Kind nimmt also nicht nur wahr, was Mama sagt. Sein Körper bekommt gleichzeitig ganz viele andere Informationen.
Ich kann sagen: „Alles gut, wir haben keinen Stress.“
Wenn ich dabei aber hektisch durch die Küche laufe, kaum atme und Tränen zurückhalte, weil ich um 6:30 Uhr schon nicht weiß, wie ich den Tag schaffen soll und mit hochgezogenen Schultern die Jausenbox in die Tasche stopfe, bekommt Theo noch eine zweite Nachricht.
Und die muss nicht einmal bewusst bei ihm ankommen.
Genau das ist Co-Regulation für mich inzwischen: Wir beeinflussen einander mit unserem Zustand. Nicht in dem Sinn, dass ich als Mutter dafür verantwortlich bin, jedes Gefühl meines Kindes wegzuregulieren. Und auch nicht so, dass ich zuerst vollkommen ruhig sein muss, bevor ich meinem Kind Sicherheit geben kann.
Das wäre ja völlig lebensfremd.
Viel wichtiger finde ich etwas anderes: Ich kann meinen Zustand verändern – und damit verändert sich oft auch etwas zwischen uns.
Ich kann langsamer werden. Meine Stimme verändern. Mich hinsetzen, statt drei Meter entfernt weiterzuräumen. Und ich kann es vor Theo tun.
„Mir wird gerade alles zu viel. Ich setz mich zwei Minuten hin und atme.“
Oder: „Ich muss kurz durchschnaufen, ich merk gerade, dass ich gestresst bin.“ Und dann nehme ich mir ein Öl, rieche daran, atme ein paar Mal und mache danach weiter.
Denn genau dabei passiert etwas, das ich fast noch wichtiger finde als die Regulation in diesem einen Moment: Theo sieht, was ich mit meinem Stress mache.
Ich lebe ihm nicht vor, dass man keinen Stress haben darf. Ich zeige ihm, dass man ihn bemerken kann. Dass man sagen darf: Mir ist das gerade zu viel. Dass man unterbrechen kann. Dass man atmen kann. Dass man etwas zur Hand nehmen kann, das einem hilft, wieder bei sich anzukommen.
Und irgendwann sind das vielleicht nicht mehr nur meine Strategien.
Dann sitzt da ein Neunjähriger vor einer Schularbeit, merkt, dass sein Herz schneller schlägt, und weiß: Ah, ich kann etwas tun. Ich bin diesem Gefühl nicht einfach ausgeliefert.
Genau das ist für mich Co-Regulation. Wir regulieren nicht ständig unsere Kinder. Wir leben ihnen vor, wie Regulation aussehen kann – und geben ihnen damit nach und nach Möglichkeiten für ihre eigene Regulation mit.
Und deshalb möchte ich Theo auch nicht ständig erklären, dass er sicher ist.
Ich möchte, dass er erlebt, wie man wieder in Sicherheit zurückfindet.
Als Breathwork Teacher weiß ich, wie unmittelbar und gleichzeitig einfach wir über den Atem auf unseren emotionalen Zustand Einfluss nehmen können. Für Kinder übersetze ich dieses Wissen in Atemgeschichten. Theo muss nicht wissen, was gerade physiologisch in seinem Körper passiert. Er bekommt eine Geschichte, ein Bild und eine konkrete Atemtechnik, die er mit der Zeit selbst anwenden kann.
Sehr oft verbinde ich diese Atemgeschichten mit unseren ätherischen Ölen. Manchmal machen wir beides, manchmal reicht ein vertrauter Duft. Und manchmal bin sogar nur ich diejenige, die gerade ein Öl braucht und einmal ordentlich durchschnaufen muss.
Ich möchte, dass diese Dinge für Theo ganz selbstverständlich zu seinem Leben gehören. So selbstverständlich, dass er irgendwann vor einer Schularbeit merkt: Mein Herz schlägt schneller, ich bin nervös – und gleichzeitig weiß: Okay. Ich kann etwas tun.
Nicht, weil Nervosität weg muss. Oder Wut- Angst- Aufregung. All diese Gefühle werden zu seinem Leben gehören.
Aber er darf jetzt schon kennenlernen, was ihm hilft, wenn sie da sind.
Und vielleicht macht mich genau deshalb dieser Gedanke mit unseren Herzen seit gestern so weich.
Weil er meinen Blick auf all die Momente verändert, in denen ich es selbst eben nicht perfekt mache. Auf die Morgen, an denen ich um halb sieben schon Tränen zurückhalte und nicht weiß, wie ich diesen Tag schaffen soll. Auf die Momente, in denen ich viel zu spät bemerke, dass meine Schultern irgendwo bei meinen Ohren hängen. Und ja, auch auf ein „Theo, jetzt stress dich bitte nicht so“, obwohl ich es wirklich besser weiß.
Vielleicht muss Theo an mir gar nicht erleben, wie ein Mensch aussieht, der immer reguliert ist.
Vielleicht darf er an mir erleben, wie ein Mensch wieder zurückfindet.
Und das macht diesen Gedanken für mich plötzlich so sanft.
Denn unsere Kinder lernen nicht nur von den Momenten, in denen wir alles richtig machen. Sie sehen auch, was wir tun, wenn wir es eben nicht tun. Wenn wir merken: Jetzt ist es zu viel. Wenn wir unterbrechen. Atmen. Zum Öl greifen. Uns wieder spüren. Und irgendwann weitermachen.
Genau diese Atemgeschichten möchte ich jetzt auch weitergeben. Zusammen mit den ätherischen Ölen sind sie bei uns zu diesen minifizikleinen Inseln im Alltag geworden. Kleine Möglichkeiten, die ich Theo heute noch mitgebe und die irgendwann vielleicht ganz selbstverständlich seine eigenen sind.
Und vielleicht ist genau das das Berührende an diesen zwei Herzen:
Ich muss nicht immer ruhig sein, damit Theo Ruhe lernen kann. Aber ich kann ihm zeigen, wie man wieder zu ihr zurückfindet.
Genau dieses Werkzeug möchte ich dir weitergeben. Von Mama zu Mama.
Kleine Tools, die zuerst dich unterstützen, wieder bei dir anzukommen. Die dein Kind bei dir erleben darf. Die ihr gemeinsam ausprobieren könnt – und die mit der Zeit vielleicht zu seinen eigenen werden.
Denn nicht jedes Kind braucht dasselbe. Und nicht jede Mama steht an derselben Stelle. Bei euch ist es vielleicht die Nervosität vor der Schule, bei anderen die Wut, das Gedankenkarussell am Abend, Ängste oder diese Momente, in denen plötzlich alles zu viel wird.
Genau dafür habe ich HERZ AN HERZ entwickelt.
In meiner 1:1 Beratung schauen wir auf euch und euren Alltag. Ich verbinde meine Arbeit als Emotionscoach, Pädagogin und Breathwork Teacher mit ätherischen Ölen und stelle euch ganz konkrete Möglichkeiten zusammen, die zu euch passen.
Atemtechniken, die ich für dein Kind in Geschichten übersetze. Ätherische Öle als Begleiter und Anker. Kleine Regulationsstrategien für genau die Situationen, die euch gerade beschäftigen.
Damit du danach nicht einfach mehr über das Nervensystem weißt, sondern weißt, was du tun kannst.
Erst für dich. Dann gemeinsam mit deinem Kind.
Und irgendwann vielleicht nicht mehr mit dir daneben.
HERZ AN HERZ
1:1 für Mama & Kind





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