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Das Erste, was seit 6 Jahren in meinem Urlaubskoffer landet? Fiebersenker. Heuer zum ersten Mal nicht.

Autorenbild: Manuela Kalupar
Manuela Kalupar
29. Aug.
4 Min. Lesezeit

Theo war gerade 3.

Kroatien- Glamping- Hitze. Am ersten Tag bekam er Fieber.

Ich hab mir nicht viel dabei gedacht. Ich war damals auch nicht die Mutter, die mit einer Urlaubsapotheke für sämtliche medizinischen Eventualitäten seit 1987 verreist ist.

In der Nacht dann plötzlich: 40 Grad.

Okay. Nureflex. Wird schon wieder runtergehen.

Tat es auch.

Für ungefähr zwei Stunden.

Dann ging das Fieber wieder hoch. Irgendwann zeigte das Thermometer 42 Grad.

Theo war nicht mehr Theo- das machte mir Angst. Die Hitze im Zelt war unerträglich, die Klimaanlage eher ein dekoratives Element und an der Rezeption konnte uns niemand helfen.

„Fahren Sie zu einem Arzt.“ Ja. Klar.

Mit einem kaum ansprechbaren Dreijährigen mit 42 Grad Fieber irgendwo in einem fremden Land herumfahren und einen Arzt suchen.

Ich weiß noch genau, wie sich das angefühlt hat.

Panik pur.

Drei Tage ging das so.

Fieber runter. Fieber rauf. Halluzinationen.Theo teilweise kaum ansprechbar.

Und ich glaube, ich war in meinem ganzen Leben noch nie so verzweifelt.

Am dritten Tag haben wir die Rettung gerufen- sie kam nicht. Um 4 Uhr früh, haben wir ihn eingepackt und sind Richtung Heimat gefahren.

Erstes Krankenhaus nach der Grenze: abgewiesen.

Zweites Krankenhaus: sechs Stunden gewartet.

Irgendwann haben wir abgebrochen und sind weiter nach Hause gefahren.

Dort stellte sich dann heraus, dass hinter diesem verrückten Fieber-Auf-und-Ab etwas steckte, bei dem die bisherige Behandlung offenbar nicht geholfen hatte. Unser Hausarzt gab Theo ein anderes Medikament – und am nächsten Tag war er fieberfrei.

Diese vier Tage haben etwas mit mir gemacht (mir kommen gerade schon wieder die Tränen).

Denn ab diesem Urlaub fuhr nicht mehr nur unsere Familie auf Urlaub.

Mit uns verreiste eine mittelgroße Apotheke.

Fieber,Husten,Hals,Ohren,Bauch,Durchfall,Erbrechen,Wunden,Allergie, Insekten. Vermutlich hätte ich mit dem Inhalt dieses 7 Toilettaschen prall gefüllt, nebenbei eine kleine Ambulanz eröffnen können.

Rund 300 Euro hat mich diese Urlaubsapotheke jedes Jahr aufs Neue gekostet.

Und ich habe sie jedes Jahr wieder mitgenommen.

Weil ich nur eines wusste:

Ich will mich NIE wieder so ausgeliefert fühlen.

Heuer fahren wir nach Italien.

Ich öffne meinen Medikamentenschrank – ja, ich habe inzwischen einen eigenen SCHRANK dafür – und beginne alles durchzuschauen.

Abgelaufen, abgelaufen, auch abgelaufen.

Ich schaue auf diesen Friedhof aus Arzneimitteln und denke mir:

Moment mal.

Wann haben wir das alles eigentlich zuletzt gebraucht?

Und dann ist mir etwas aufgefallen.

Seit ich die Öle habe, war Nureflex zwar bei jedem Urlaub dabei.

Aber ich habe es kein einziges Mal geöffnet.

Es war mein Sicherheitsanker.

Nur für den Fall.

Und heuer habe ich etwas gemacht, das für andere wahrscheinlich völlig unspektakulär ist und für mich ziemlich groß war:

Ich habe meine riesige „Was-wäre-wenn“-Apotheke zu Hause gelassen.

Mitgekommen ist ein kleines, bewusst zusammengestelltes Set für die Dinge, bei denen ich weiß, wie ich uns im Alltag damit begleiten kann- ausschließlich Öle.

Und ja – natürlich hatten wir auch diesmal etwas.

Reizhusten, Wunden, Gelsen der Hölle und viele Nächte, in denen jemand nicht zur Ruhe kam. Urlaub mit Kind halt.

Aber etwas war komplett anders:

Ich habe mich kein einziges Mal ausgeliefert gefühlt.

Nicht, weil ich glaube, dass ätherische Öle einen Arzt oder notwendige Medikamente ersetzen, wenn es ernst wird. Tun sie nicht.

Und bei Theo damals mit 42 Grad Fieber, Halluzinationen und kaum Ansprechbarkeit hätte ich so und so medizinische Hilfe gebraucht.

Aber heute hätte ich zusätzlich etwas, das ich damals überhaupt nicht hatte:

Ich hätte gewusst, was ich tun kann, während ich Hilfe organisiere.

Ich hätte Theo begleiten können.

Ich hätte etwas für sein Wohlbefinden tun können.Ihn berühren, bei ihm sein, ihm kleine Rituale mit den Ölen geben.

Und wahrscheinlich hätte ich die halbe Nacht gerollt, gerochen, massiert und geschmiert. Nicht, weil das 42 Grad Fieber wegzaubert.

Sondern weil Tun einen Unterschied macht, wenn man sich gerade völlig machtlos fühlt.

Und ich hätte auch gewusst, was ich tun kann, damit meine eigene Panik mich nicht komplett übernimmt. Und das hätte auch Theo gespürt.

Das ist für mich vielleicht einer der größten Unterschiede, seit die Öle bei uns eingezogen sind.

Es ist nicht das: „Ich brauche keine Medizin mehr.“

Aber soviel: „Ich habe etwas an der Hand.“

Für diese hundert kleinen Momente, in denen ich früher einfach nur abgewartet habe, gehofft und gebetet habe. Und ehrlich, das war oft.

Und für mich ist genau das Sicherheit.

Nicht der 300-Euro-Schrank voller Medikamente für jedes theoretische Was wäre, wenn …sondern zu wissen:

Wenn etwas ist, weiß ich, was ich tun kann.


Und dieser Schrank?

Den hab ich nicht ausgemistet.Ich hab ihn leer gemacht.

Alles ist weg.

Dieser komplette Vorrat für jedes erdenkliche „Was, wenn …?“, den ich mir nach Kroatien aus Angst aufgebaut hatte.

Nach sechs Jahren brauche ich ihn nicht mehr, um mich sicher zu fühlen.

Und ich glaube, genau das ist es, was die Öle für mich verändert haben.

Nicht, dass nichts mehr passiert. Sondern dass ich mir zutraue, damit umzugehen, wenn etwas passiert.

Und das fühlt sich verdammt gut an.


Heuer ist es schon fast zu spät meine kleine, feine Urlaubsapotheke mit dir zu teilen. Aber wenn du Inspiration brauchst- I am here.


 
 
 

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